Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreise einen Mietwagen nutzt, denkt selten zuerst an die Umweltplakette. Trotzdem gilt für Leihfahrzeuge dieselbe Regel wie für jedes andere Auto: Ohne die passende Plakette darf auch ein Mietwagen keine deutsche Umweltzone befahren. Dieser Ratgeber erklärt, worauf Sie bei einem Mietwagen achten sollten und wer im Ernstfall für ein fehlendes Kennzeichen verantwortlich ist.
Gilt die Umweltzone auch für Mietwagen?
Ja, die Plakettenpflicht knüpft an das Fahrzeug an, nicht an den Halter oder die Person, die es fährt. Ein Mietwagen ist rechtlich wie jedes andere Fahrzeug zu behandeln. Fährt er in eine deutsche Umweltzone ein, muss er die grüne Plakette tragen, sofern die Zone dies verlangt. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie das Fahrzeug für einen Tag, eine Woche oder länger gemietet haben.
Die gute Nachricht: Da deutsche Mietwagenflotten überwiegend aus neueren Fahrzeugen bestehen, erfüllen die meisten Leihwagen problemlos die Voraussetzungen für die grüne Plakette. Ältere Modelle sind bei großen Vermietern eher die Ausnahme.
Wer ist für die Plakette verantwortlich: Sie oder der Vermieter?
In der Praxis bringt der Vermieter die Plakette in der Regel bereits vor der Übergabe an. Trotzdem lohnt sich ein kurzer eigener Check bei der Fahrzeugübernahme, insbesondere wenn die Reise durch eine Stadt mit Umweltzone führt. Fehlt die Plakette bei der Übergabe, sollten Sie dies direkt beim Vermieter ansprechen, statt sich erst vor Ort in der Zone darauf zu verlassen, dass alles in Ordnung ist.
Rechtlich gesehen liegt die Verantwortung während der Mietzeit beim Fahrer des Fahrzeugs, da dieser das Fahrzeug im Straßenverkehr führt. Ein Bußgeld bei fehlender Plakette wird daher in der Regel demjenigen zugestellt, der zum Zeitpunkt der Kontrolle als Fahrer identifiziert wird, beziehungsweise über das Kennzeichen dem Mieter zugeordnet werden kann.
Mietwagen im grenzüberschreitenden Verkehr
Wer im Ausland einen Mietwagen anmietet und damit nach Deutschland einreist, sollte besonders aufmerksam sein. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen unterliegen in deutschen Umweltzonen denselben Regeln wie deutsche Fahrzeuge, benötigen also ebenfalls eine gültige grüne Plakette, sofern sie eine Zone befahren wollen. Ausführliche Hintergründe dazu, wie die Einstufung bei ausländischen Fahrzeugen funktioniert, finden Sie im Beitrag Mit ausländischem Kennzeichen in die deutsche Umweltzone.
Bei internationalen Autovermietungen ist es sinnvoll, direkt bei der Buchung oder Abholung zu fragen, ob das Fahrzeug bereits für deutsche Umweltzonen vorbereitet ist, vor allem wenn die Reiseroute durch mehrere Länder führt.
Vor der Fahrt selbst prüfen: So geht es schnell
Auch wenn der Vermieter in der Pflicht steht, ist eine eigene kurze Prüfung sinnvoll, bevor Sie mit dem Mietwagen in eine Innenstadt fahren. Werfen Sie bei der Übernahme einen Blick auf die Windschutzscheibe: Ist dort eine grüne Plakette angebracht, können Sie die Fahrt ohne Bedenken antreten.
Sollten Sie unsicher sein, ob Ihr Reiseziel überhaupt eine Umweltzone hat, hilft ein Blick auf die Karte aller Umweltzonen. Dort sehen Sie auf einen Blick, welche Städte betroffen sind und welche Zonen inzwischen wieder aufgehoben wurden. Notieren Sie sich vor der Abfahrt am besten gleich, welche Stationen Ihrer geplanten Route betroffen sein könnten, damit Sie unterwegs nicht improvisieren müssen.
Was tun, wenn die Plakette am Mietwagen fehlt
Fehlt die Plakette und führt Ihre geplante Route durch eine Umweltzone, sollten Sie nicht einfach darauf hoffen, dass es schon gut geht. Kontaktieren Sie den Vermieter, um zu klären, ob eine Nachrüstung möglich ist, oder planen Sie die Route so, dass die betroffene Zone umfahren wird. Wenn Sie selbst prüfen möchten, welche Plakette das Fahrzeug eigentlich benötigen würde, hilft der Plakette-Rechner anhand von Euronorm oder Emissionsschlüsselnummer.
Weiterführende Informationen zu den einzelnen Farbstufen und deren Voraussetzungen bietet außerdem der Ratgeber Grüne Plakette.
Elektro- und Hybridmietwagen: eine Ausnahme?
Elektrofahrzeuge erhalten automatisch die grüne Plakette, da sie keinen Verbrennungsmotor haben und damit die höchste Schadstoffgruppe erreichen. Bei einem reinen Elektro-Mietwagen ist die Umweltzone daher in aller Regel kein Thema, die Plakette wird üblicherweise dennoch sichtbar angebracht. Bei Hybridfahrzeugen richtet sich die Einstufung nach dem Verbrennungsmotor und dessen Euronorm, hier lohnt sich im Zweifel eine kurze Prüfung vor der Fahrt.
Nach der Rückgabe: kein Thema mehr für Sie
Sobald Sie den Mietwagen zurückgeben, endet auch Ihre Verantwortung für die Plakette. Sollte während der Mietzeit ein Bußgeldbescheid ausgestellt worden sein, wird dieser in der Regel über die Vermietung an den tatsächlichen Fahrer weitergeleitet, meist auf Basis der Mietvertragsdaten. Bewahren Sie deshalb den Mietvertrag und die Übergabedokumente noch einige Zeit auf, falls es Rückfragen zu einer bestimmten Fahrt gibt.
Häufige Fragen
Muss ich mich als Mieter selbst um die Umweltplakette kümmern?
In der Regel bringt der Vermieter die Plakette bereits an. Ein kurzer Check bei der Übernahme ist trotzdem sinnvoll, besonders vor Fahrten in eine Umweltzone.
Wer haftet, wenn der Mietwagen ohne Plakette in einer Umweltzone erwischt wird?
Verantwortlich ist in der Regel der Fahrer zum Zeitpunkt der Kontrolle, da dieser das Fahrzeug im Straßenverkehr führt.
Brauchen Mietwagen mit ausländischem Kennzeichen ebenfalls eine deutsche Plakette?
Ja, auch Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen benötigen für deutsche Umweltzonen eine gültige grüne Plakette.
Ist bei einem Elektro-Mietwagen eine Plakette überhaupt nötig?
Elektrofahrzeuge erfüllen automatisch die Voraussetzungen für die grüne Plakette, auch wenn sie ohne Emissionen fahren.